TuS Mingolsheim 1: VfB Bretten 2 – TuS Mingolsheim 4:2 (2:1)

Das Phrasenschwein wäre an diesem Nachmittag wohl gut gefüllt gewesen. Denn beim 2:4 unserer Ersten beim VfB Bretten 2 bestätigte sich aus Mingolsheimer Sicht gleich mehrfach eine alte Fußballweisheit: Machst du vorne die Buden nicht, fängst du sie dir hinten.

Von Beginn an war die Partie auf TuS-Seite von Fehlern und vergebenen Möglichkeiten geprägt. Ab etwa der 15. Minute fand unsere Mannschaft jedoch besser ins Spiel, entwickelte viel Druck nach vorne und erspielte sich zahlreiche Chancen. Bretten setzte dagegen vor allem auf lange Bälle – „hoch und weit bringt Sicherheit“, hätte die nächste Einzahlung ins Phrasenschwein gelautet. In der 28. Minute belohnte sich der TuS schließlich: Tim Stricker erzielte die verdiente 1:0-Führung.

Nur wenige Minuten später bot sich per Handelfmeter die große Chance zum 2:0. Der Strafstoß landete jedoch am Außenpfosten und ging vorbei. Auch danach blieben beste Möglichkeiten ungenutzt: Die Abschlüsse gingen häufig am Tor vorbei oder direkt auf den Brettener Schlussmann. Fünf Minuten vor der Pause stand deshalb trotz eines deutlichen Chancenplus weiterhin nur ein 1:0 auf der Anzeigetafel.

Dann nahm die Partie eine kaum zu glaubende Wendung. Nach einem zu lang geratenen Brettener Eckball versuchte sich ein Gastgeber an einem Fallrückzieher, traf den Ball nicht richtig – im anschließenden Getümmel wurde die Kugel dennoch zum 1:1 über die Linie gedrückt. Offizieller Torschütze war Alban Curi in der 40. Minute. Wenig später folgte die nächste kuriose Szene: Ein Freistoß aus der Nähe der Mittellinie wurde extrem hoch in Richtung TuS-Tor geschlagen. Von den Rängen war bereits „Fieldgoal“ zu hören, doch der Ball senkte sich, rutschte unserem Keeper durch die Hände und landete zum 2:1 im Netz. So ging eine erste Halbzeit, in der für den TuS deutlich mehr möglich gewesen wäre, mit einem Rückstand zu Ende.

Nach Wiederanpfiff machte Mingolsheim weiter Druck. Die Brettener Defensive stand nun stabiler, dennoch erspielte sich unsere Erste erneut vielversprechende Möglichkeiten. Bretten suchte seine Entlastung weiterhin mit langen Bällen. Nach einem Foul rund fünf Meter vor dem Strafraum traf Murat Ertugrul in der 79. Minute mit einem perfekt ins lange Eck gesetzten Freistoß zum 3:1. Da passte kein Blatt Papier dazwischen – weitere fünf Euro fürs Phrasenschwein.

Lobenswert: Unsere Mannschaft steckte auch danach nicht auf und versuchte weiter, den Anschluss herzustellen. Stattdessen fiel kurz vor Schluss das 4:1: Wieder ging es bei Bretten schnell und lang nach vorne, nach einem Zweikampf wurde der Angriff konsequent abgeschlossen. Lukas Maag erzielte in der 89. Minute seinen zweiten Treffer. Oder, um das Phrasenschwein ein letztes Mal zu bemühen: Hast du Scheiße an den Hacken, hast du Scheiße an den Hacken.

Durch mehrere Wechsel verlor die Partie in den letzten Minuten etwas an Spielfluss. In der Nachspielzeit bekam der TuS seinen zweiten Strafstoß zugesprochen. Muhammed Yildirim verwandelte diesen in der 95. Minute zum 2:4-Endstand.

Die Einordnung aus dem Trainerteam fiel entsprechend deutlich aus: Nach einem „ganz schlimmen, ganz nervösen“ Beginn mit vielen Aufbaufehlern in den ersten zehn Minuten habe die Mannschaft das Spiel anschließend „absolut kontrolliert“ und Chance um Chance herausgespielt. Entscheidend sei die fehlende Reife vor dem Tor gewesen: Zu oft wurden die falschen Entscheidungen getroffen, der Strafstoß blieb ungenutzt und selbst vor dem leeren Tor ging eine Großchance aus kurzer Distanz über das Tor. Dass der TuS nach eigener 1:0-Führung mit einem 1:2-Rückstand in die Pause ging, bezeichnete der Coach als „absoluten Wahnsinn“. Sein Fazit: „So ein Spiel darfst du natürlich absolut nicht verlieren.“

So stand am Ende die erste Saisonniederlage nach drei Siegen – in einem Spiel, in dem das Ergebnis die Vielzahl der eigenen Möglichkeiten nur schwer widerspiegelt. Nach vier Spielen steht die Erste bei neun Punkten und einem Torverhältnis von 9:7 auf Tabellenplatz vier.

TuS Mingolsheim 2: Spvgg 1920 Oberhausen – TuS Mingolsheim 2 3:2 (1:1)

Unsere Zweite musste beim Aufstiegsaspiranten Spvgg 1920 Oberhausen eine besonders bittere Niederlage hinnehmen. Nikola Grgic brachte den TuS bereits in der 6. Minute mit 1:0 in Führung. Nach Einschätzung von Co-Coach Jannic Frey kam die Mannschaft sehr gut in die Partie und hatte in den ersten 15 bis 20 Minuten weitere Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Diese Chancen blieben ungenutzt.

Kurz vor der Pause traf Robin Kullmann in der 43. Minute zum 1:1. Direkt nach Wiederanpfiff war der TuS wieder da: Grgic erzielte in der 47. Minute seinen zweiten Treffer und stellte auf 2:1. Danach entwickelte sich laut Frey ein sehr offenes Spiel mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Oberhausen glich in der 67. Minute durch Adrian Kolb zum 2:2 aus.

Die Entscheidung fiel erst ganz spät. Frey schildert, dass der TuS in der Schlussphase selbst noch die Chance auf das 3:2 hatte, sie aber nicht nutzte. In der 90. Minute erzielte Tom Kretzler schließlich den 3:2-Siegtreffer für Oberhausen. Für den TuS blieb damit trotz zweimaliger Führung und mehrerer eigener Möglichkeiten nichts Zählbares. Freys zentrale Einordnung: Vor allem die fehlende Konsequenz in der Chancenverwertung verhinderte ein besseres Ergebnis.

Nach vier Spielen steht die Zweite bei sechs Punkten und 14:10 Toren auf Tabellenplatz fünf.

Die nächsten Spiele

TuS Mingolsheim 2: Sonntag, 27.09., 13:00 Uhr – FC Germania Forst 2 (Heim)

TuS Mingolsheim 1: Sonntag, 27.09., 15:00 Uhr – FC Germania Forst (Heim)